Die Zukunft der Materialhandhabung gestalten
Angesichts der rasanten Weiterentwicklung der Fördertechnikbranche richtet die Daifuku-Gruppe ihren Blick über die heutigen Herausforderungen hinaus auf die Chancen von morgen. In diesem Interview spricht Daifuku-Präsident und CEO Tomoaki Terai über die Vision der Gruppe hinsichtlich technologischer Innovation, globaler Expansion und der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen.
Ein Blick in die Zukunft bis 2030 im Geiste von „Hini Arata“
Seit meinem Eintritt bei Daifuku habe ich im Reinraumbereich gearbeitet und Materialhandhabungssysteme für die Halbleiterfertigung bereitgestellt. Dabei habe ich längere Zeiträume in den USA und Taiwan verbracht. Die Halbleiterindustrie entwickelt sich rasant. Im täglichen Umgang mit den Kundenbedürfnissen lernte ich, die zukünftigen Technologien und Lösungen zu antizipieren und diese Ideen schnell umzusetzen. Erfolg in diesem Bereich erfordert unkonventionelles Denken und die ständige Offenheit für neue Perspektiven und Ansätze. Das Unternehmensmotto von Daifuku, „Hini Arata“, verkörpert diese Denkweise. „Hini Arata“ bedeutet: „Heute sind wir besser als gestern, und morgen werden wir uns weiterentwickeln.“ Es dient mir als Leitprinzip für mein Denken, meine Entscheidungen und mein Handeln.
Da sich Technologie und Marktbedürfnisse stetig weiterentwickeln, müssen sich auch die Materialflusslösungen der Daifuku Group weiterentwickeln. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere langfristige Vision „Driving Innovative Impact 2030 formuliert, die die Zukunft definiert, die wir bis zum Ende des Jahrzehnts gestalten wollen. Unsere Ambitionen reichen über reines Geschäftswachstum hinaus. Durch den Einsatz fortschrittlicher Technologien wie KI und Robotik wollen wir kontinuierlich neue, sinnvolle Werte für unsere Kunden und die Gesellschaft schaffen.
Förderung der Entwicklung fortschrittlicher Technologien und der globalen Expansion
Die Technologien im Bereich der Materialhandhabung entwickeln sich rasant. Insbesondere die künstliche Intelligenz (KI) erreicht ein Stadium, in dem sie Bewegungen und Veränderungen in der physischen Welt erkennen, autonome Entscheidungen treffen und Maßnahmen ergreifen kann. Diese Technologien erweitern das Potenzial nicht nur humanoider Roboter, sondern auch konventioneller Materialhandhabungssysteme wie automatisierter Lager- und Kommissioniersysteme (Regalbediengerät) und mobiler Roboter (AGV/AMR).
Tokyo Lab– wo Daifuku grundlegende Spitzentechnologien entwickelt
Um technologische Innovationen zu beschleunigen, eröffnete Daifuku im November 2025 das Kyoto Lab und im März 2026 das Tokyo Lab Das Kyoto Lab konzentriert sich auf die Entwicklung fortschrittlicher Technologien, die mit den einzelnen Geschäftsbereichen von Daifuku verknüpft sind. Das Tokyo Lab hingegen arbeitet organisationsübergreifend an der Weiterentwicklung gemeinsamer Basistechnologien wie KI und Robotik mit einem mittel- bis langfristigen Fokus. Durch die Nutzung ihrer Standorte in Tokio und Kyoto – Tokio ist das Wirtschaftszentrum Japans, Kyoto liegt in der Nähe bedeutender Universitäten – wird Daifuku die Rekrutierung hochqualifizierter Fachkräfte und die Zusammenarbeit mit Forschern und anderen externen Partnern stärken. Diese neuen Zentren werden die Anwendung neuer Technologien in den von Daifuku angebotenen Lösungen beschleunigen.
The Daifuku Group ist weltweit tätig und sieht in vielen Ländern und Regionen erhebliche Wachstumschancen. Die Ausschöpfung dieses Potenzials ist eine unserer wichtigsten Prioritäten. Ein wichtiger Schritt ist die Stärkung unserer Kompetenzen in der Entwicklung und Fertigung von Systemen, die auf die Bedürfnisse lokaler Märkte zugeschnitten sind. Im Intralogistikgeschäft von Daifuku in den USA wurden in Japan entwickelte Systeme traditionell nach ihrer Markteinführung an die lokalen Spezifikationen angepasst. Die Entwicklung von Systemen von Anfang an, die den lokalen Anforderungen entsprechen, ermöglicht es uns jedoch, schneller und effektiver auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Um diesen Wandel zu unterstützen, erweitert Daifuku sein lokales Produktionsmodell um die Systementwicklung. Wir entsenden außerdem Experten aus Japan, um die notwendigen Kompetenzen für eine größere lokale Autonomie aufzubauen.
Jeden Mitarbeiter befähigen, die Zukunft zu gestalten
Geschäftliches Wachstum und technologische Innovation werden letztendlich von Menschen getragen. Unseren Kunden aufmerksam zuzuhören, aufrichtig auf ihre Bedürfnisse einzugehen und jede Herausforderung erfolgreich zu meistern – dieses Engagement war schon immer Teil der DNA von Daifuku und ist eine Stärke, die wir bewahren müssen.
Gleichzeitig wird es mit dem Wachstum unseres Unternehmens und der Expansion unserer Organisation einfacher, sich auf das Tagesgeschäft zu konzentrieren, und schwieriger, innezuhalten und die Zukunft im Blick zu behalten. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass jeder Mitarbeiter selbstständig denkt, Eigeninitiative ergreift und neue Herausforderungen annimmt. Als Unternehmen werden wir weiterhin ein Umfeld fördern, das diese Denkweise unterstützt – ein Umfeld, in dem Mitarbeiter die Flexibilität und Freiheit haben, neue Ideen zu verfolgen, kreativ zu handeln und Herausforderungen anzunehmen, die die Zukunft prägen werden. Um sicherzustellen, dass diese Denkweise im gesamten Konzern fest verankert wird, werde ich weiterhin direkt mit Mitarbeitern weltweit im Gespräch bleiben und diese Botschaft in meinen eigenen Worten vermitteln.
Entwicklung neuer Geschäftsmodelle aus sozialen Herausforderungen
Auf der Expo 2025 in Osaka, Kansai, Japan, wurde ein Roboter zur Sammlung von treibendem Flussmüll vorgeführt.
Mit dem technologischen Fortschritt erweitert sich die Materialhandhabung über ihre traditionellen Grenzen hinaus. Branchenübergreifend untersuchen Unternehmen, wie KI und Robotik eingesetzt werden können, um Herausforderungen wie Arbeitskräftemangel und anspruchsvolle Arbeitsbedingungen zu bewältigen. Ein Beispiel ist das zunehmende Problem von Abfällen, die in Japans Flüssen treiben. Durch die Kombination von KI-gestützter Bilderkennung mit automatisierten Sammeltechnologien erforschen wir das Potenzial, den gesamten Prozess von der Sammlung bis zur Sortierung zu automatisieren. Ein weiteres Beispiel ist die Landwirtschaft, in der die japanische Belegschaft immer älter wird. Hier untersuchen wir die Möglichkeiten der Automatisierung in der Indoor-Landwirtschaft.
Keine dieser Initiativen startet als vollständig entwickeltes Unternehmen. Unser Ziel ist es, Technologien zusammenzuführen, sie zu testen und zu verfeinern und schrittweise nachhaltige Geschäftsmodelle aufzubauen. Für mich bedeutet die Schaffung von wirtschaftlichem und sozialem Mehrwert, Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen in Unternehmen umzuwandeln, die eine dauerhafte Wirkung erzielen können.
Fortschrittliche Technologieentwicklung, globale Expansion und die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen sind zentrale Bestandteile unserer Vision für 2030. Durch die Weiterentwicklung dieser Bereiche können wir neue Möglichkeiten im Bereich Materialfluss erschließen und die Zukunft aktiv mitgestalten. Wir werden auch weiterhin unseren Auftrag erfüllen, einen echten Mehrwert für unsere Kunden und die Gesellschaft zu schaffen.